Heidelberg – Philosophenweg

Am 20.12.2016 nutzte ich das perfekte Dezember-Wetter mit der tiefstehenden Sonne, schnappte mir meine Kamera und machte mich auf zu einer kleinen Wanderung, die ich jedem Touristen nur empfehlen kann!
Ich laufe hier die deutlich weniger anstrengende – aber auch schönere Richtung und empfehle festes Schuhwerk.

Beginnend am Bismarckplatz in Richtung Neuenheimer Feld über die Theodor-Heuss-Brücke. 2 Querstraßen passieren und danach rechts in die kleine unscheinbare Ladenburger Straße. Nach nur wenigen Metern erreicht man den Anfang des Philosophenwegs der sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat – wer mal reinlesen mag für weitere Details, kann das >hier< tun.
Ab hier geht es ordentlich bergauf. Man kommt am Physikalischen Institut der Universität Heidelberg und allerlei wunderbaren Häusern (die teuerste Wohngegend Heidelbergs) vorbei. Hat man diese hinter sich gelassen, eröffnet sich nun auch langsam dieser wunderschöne Blick auf das Heidelberger Schloss, den Königstuhl mit der Bergbahn und natürlich die Heidelberger Altstadt und auf die Alte Brücke.
Ein kleines Päuschen im Philosophengärtchen kann ich auch empfehlen. Kurz verschnaufen und die Aussicht genießen.
Danach geht es weiter… an der Weggeabelung nach links leicht bergauf abbiegen. Hier geht es dann nach wenigen Metern noch einmal links weg und die Stufen führen zur Bismarck-Säule. Der Turm ist kostenfrei begehbar und bietet noch einmal einen tollen Ausblick auf Heidelberg.
Hier oben kann man wenn man mag, Zeit und genug Ausdauer hat, auch hinauf bis zur Thingstätte und dem Heidenloch laufen. Definitiv auch sehenswerte Ausflugsziele – beides ist aber deutlich weniger anstrengend mit dem Auto und mittlerweile sogar mit dem Bus erreichbar.
Ich laufe noch ein wenig durch die kleine Parkanlage, beobachte ein älteres Pärchen, dass die Aussicht genießt und biete ein kleines Erinnerungsfoto an, dass auch freudig angenommen wird.
Meine gute Tat für diesen Tag. Auch ich genieße hier auf der Bank noch einmal die Ruhe und lasse meine Gedanken fließen.
Dann geht es wieder hinunter zum eigentlichen Philosophenweg.
Zu meiner rechten der immer schöner werdende Blick auf das Schloss, weil man diesem immer näher kommt und die Sonne tut ihr übriges dazu. Fantastisch tiefstehend, wie sich die Sonnenstrahlen ihren Weg durch die Bäume an den gegenüberliegenden Hängen bahnen. Durch die Kühle auch noch ein wenig Nebel, der dort am Hang festhängt… romantischer könnte dieser Anblick kaum sein.
Gemütlich weiter laufen.
Nach wenigen Schritten erreiche ich dann auch den Schlangenweg, der seinen Namen nicht umsonst trägt und auch ganz besonders der Grund ist, warum ich zwingend festes Schuhwerk empfehle. Ich machte im vergangenen Sommer den Fehler, und lief hier mit Flip-Flops hinunter. Empfehle ich definitiv nicht zur Nachahmung, wenn man nicht doch eine Fußverletzung riskieren will. (Ich kam glücklicherweise auch ohne Umknicken hinunter.)
Der Blick vom Schlangenweg auf das Schloss genau gegenüber ist ebenfalls grandios. Man sollte jedoch auch immer auf seine Schritte achten. Der Weg ist uneben mit großen Steinen. Zumal einem auch oftmals recht schwer atmende Touristen entgegen kommen, die diesen steilen Aufstieg gewählt haben. Ich mag es lieber so abwärts und der Blick auf’s Schloss ist in meiner Marschrichtung auch viel besser.
Nach einigen Windungen und Stufen erreicht man wieder das Neckarufer und kommt genau an der Alten Brücke heraus.
Ab hier kann man bestens die Altstadt erkunden oder wer noch Power hat, hinauf zum Schloss laufen. Stufen – rechts oder steile Schräge – linker Aufgang (nicht abschrecken lassen, dass da etwas von Kasse steht, man kommt dennoch kostenfrei bis zum Schlossgarten hoch). Der Blick von dort oben ist auch definitiv die Mühe wert.

Wer aber nicht laufen möchte oder nicht kann – der kann natürlich auch gern die Bergbahn benutzen. Wer richtig Zeit und Lust auf eine Wanderung hat, dem empfehle ich die Fahrt bis ganz nach oben zum Königstuhl. Hier gibt es die Landessternwarte, das Märchenparadies, das Max-Planck-Institut für Astronomie und das ‚Haus der Astronomie‘ zu entdecken. Und natürlich Wandermöglichkeiten ganz nach Belieben. Im Sommer ein netter Ausflusgsort um der Hitze zu entkommen.

Von der Heidelberger Altstadt aus kommt man ganz einfach wieder zum Bismarckplatz (einfach der Haupteinkaufsmeile folgen) und damit schließt sich dieser Rundgang.
Ich hoffe ihr habt ein wenig Freude an den Bildern und sie machen Lust, dass ihr diesen Weg auch einmal selbst entdecken wollt.

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Konzert-Tipp: Empathy Test & VnV Nation – 27.12.2016 in Heidelberg

Am 27.12.2016 ist es so weit.
VnV Nation geben sich die Ehre in der Halle02 in Heidelberg.

Als Special Guest werden Empathy Test die Menge anheizen.
Die sympathische Londoner Band begeisterte bereits im Oktober in Mannheim das Publikum als Vorgruppe für Mesh. Seither erlangen sie wohlverdient immer mehr Bekanntheit und ihre Hits ‚Seeing Stars‘ oder ‚Demons‘ erfreuen sich ebenfalls immer größerer Beliebtheit. Live absolut sehens- und hörenswert!

VnV Nation sind seit langem bekannt dafür, als Headliner auf diversen Festivals aufzutreten oder große Hallen zu füllen. Mit dieser speziellen Clubtour geben sie den Fans nun ein ganz anderes Konzerterlebnis. Persönlicher – näher dran.
Gespielt werden die Songs der erfolgreichen Alben ‚Empires‘ (der Klassiker schlechthin) und ‚Automatic‘. Somit ist der Tourname „Automatic Empire“ selbsterklärend.

Fans von feinen Electro-Pop werden an diesem Abend ganz gewiss auf ihre Kosten kommen!

Wann? 27.12.2016
Einlass? 19 Uhr
Beginn? 20 Uhr
Wo? Halle02 (Zollhofgarten 2, 69115 Heidelberg)

Fotos © laviolaine
Empathy Test in Mannheim 01.10.2016 // VnV Nation in Flums (CH) 03.10.2009

Mesh – Touring Skyward – Mannheim 01.10.2016 (Fotos)

Mesh – Touring Skyward – live in concert / Mannheim ‚Alte Seilerei‘ (MS Connexion) 01.10.2016

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Einfach auf das erste Foto klicken um die Galerie zu öffnen – dann mit dem Pfeil auf der rechten Seite weiter… Viel Spaß!

Empathy Test live in Mannheim 01.10.2016 (Bericht + Fotos)

Auf dem Weg zur Konzertlocation fuhr ich durch sintflutartigen Starkregen, ich befürchtete Schlimmes, jedoch in Mannheim angekommen hatte es bereits aufgehört zu regnen.
Die Zeit bis zum Einlass kurz nach 19 Uhr verstrich dann auch schneller als erwartet. In den nächsten 30 Minuten füllte sich die ‚Alte Seilerei‘ (MS Connexion) zusehends.

Schon bald betraten Isaac und seine Live-Band Kollegen die Bühne und begannen ihr Set mit ‚Kirrilee‘. Die Zuschauer interessierten sich rasch für Empathy Test und lauschten gespannt den Klängen. Waren die meisten doch wegen Mesh als Headliner der Tour gekommen. Dennoch gab es einige, die extra nur für die Vorband angereist waren. So auch eine Dame aus der ersten Reihe, die bereits 3 Konzerte der bisherigen Tour besucht hatte und sich nun auch in Mannheim das letzte Konzert der Deutschlandtour selbstverständlich nicht entgehen lassen wollte.
Mit jedem weiteren Song schaffte es Isaac das Publikum mehr und mehr für sich zu gewinnen. Vielen war die Band bis dahin unbekannt. Doch aus dem Publikum hörte ich immer mehr, dass die Musik gefällt. Kein Wunder bei diesen elektronischen Klängen und der emotional-melancholischen Stimme. Die Lichtshow unterstrich nocheinmal die etwas düstere Atmosphäre.
Auf die Frage vom Frontmann, ob denn auch einige der Zuschauer extra wegen Empathy Test gekommen wären, gab es natürlich einige Zurufe. Isaac ‚bedankte‘ sich auch bei den Mannheimern für die bisherige Tour – zumindest sollten wir es sein, die dieses ‚Dankeschön‘ zu hören bekamen.
Auch fand er den heutigen Regen ganz gut, ließ es ihn als Londoner doch ein wenig wie daheim fühlen – schließlich wollen sie am kommenden Abend auch ausgerechnet in London spielen. Nachdem die Stimmung nun also richtig gut war, ging es weiter mit ‚Losing Touch‘ und ihrem neuen Track ‚Demons‘, bei dem spätestens jetzt der Großteil der Anwesenden begeistert war und kein Bein mehr still stand.
‚Here is the Place‘ war leider dann schon der letzte Song der von Christina an den Drums, Jacob am Keyboard und Isaac am Mikro performt wurde.
Das komplette Konzert über liefen im Hintergrund auf einer Leinwand auch die fantastischen Artworks von Adam – dem anderen Mitglied von Empathy Test – welcher jedoch heute Abend leider nicht zugegen sein konnte. Schade, aber das alles tat der Stimmung keinen Abbruch.

Alles in allem ein sehr gelungenes Konzert, dass der Band gewiss viele neue Fans gebracht hat. Live und auf CD definitiv zu empfehlen und im Auge zu behalten.

Setlist:
Kirrilee
Throwing Stones
Seeing Stars
Holding On
Losing Touch
Demons
Here is the Place

Viel Spaß nun mit den Fotos.
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personal: Paris 2.0

„Oops…, I did it again!“ – In 64 Stunden werde ich bereits in Paris sein!

Wie kam es dazu? Nun… Ich schrieb vor wenigen Tagen einem lieben Menschen ein paar lange Zeilen, in denen ich mich unter anderem an Paris vergangenes Jahr erinnerte.
Zack. Da war es geschehen. – Ich blickte auf das Datum: 20.09.2016
Schlagartig kamen alle Gefühle von damals wieder hoch.
Paris.
Noch einmal!
Ich spüre, dass mich der Gedanke glücklich macht. – Warum also nur bei einem Gedanken belassen?

Es ist nun also auf den Tag genau 1 Jahr her, dass ich damals meine Fahrkarte kaufte und sich mein Leben nur wenig später komplett veränderte.

Recherche ist ja nun nicht mehr notwendig. Nur noch einmal die Infos vom letzten Jahr auf Aktualität überprüfen. Wetter? Sieht ganz gut aus.
Und schon fange ich an mich gedanklich durch die Straßen laufen zu sehen. Hier und dort. Die Kamera in der Hand. Ich habe bereits komplette Fotomotive im Kopf.
Da war ja auch noch die Einschreibung für ‚Masters of Photography‘ – was für eine Gelegenheit ausgerechnet Paris dafür nutzen zu können!
Ich werde es tun. Auf die gleiche Art wie 12 Monate zuvor. Keine wirkliche Vorrausplanung der nächtlichen Bleibe.
Abenteuer. Was auch sonst. That’s me!
Absolute Notfall Back-Up-Möglichkeit hab ich aber auch dieses Jahr wieder. Komplett unvorbereitet verreise ich nie. Das wäre gefährlich.
Ich weiß, was ich besser nicht tue. Als Frau. Alleinreisend. Aber soweit wird es hoffentlich nicht kommen, dass irgendwann mal der Notfall-Plan greifen muss. Wirklich grobe Eckpunkte habe ich immer, aber alles dazwischen… Spontan sein. Sich selbst vertrauen. Gelassener mit gewissen Dingen umgehen. Dem Gefühl folgen.
Deswegen diese Postkarte, die hier mein Regal schmückt: „Spontanität muss sorgfältig geplant sein.“ – Beschreibt mich doch ganz gut ;-)

Aber ist das dann überhaupt noch spontan, was ich hier tue?
Ich denke schon. Liegen doch nur wenige Tage vom ersten Gedanken bis zur tatsächlichen Umsetzung dazwischen.
Heute Vormittag (22.09.2016) ging ich also zum DB Reisecenter und ließ das Zugticket buchen. Sogar um einiges günstiger als letztes Jahr. Perfekt!

Warum noch einmal Paris?
Reicht das nicht von den Erinnerungen aus dem letzten Jahr zu zehren?
Nein! Mir reicht das nicht. Definitiv nicht.
Ich habe noch so vieles, was ich in dieser wundervollen Stadt tun möchte…
Und ich kann ein ganzes Jahr Revue passieren lassen. Sehen welche Fortschritte ich in dieser doch sehr schweren Zeit gemacht habe.
Gleichzeitig ist es auch meine Belohnung für eben jene Zeit! Ich habe gekämpft. Nicht aufgegeben. Allen widrigen Umständen getrotzt.
Heute bin ich glücklich. Frei von der Depression. Ich tue es nun einfach. 2 Nächte Bedenkzeit konnten mich von diesem Gedanken auch nicht mehr befreien. Ich kann doch nur gewinnen. Der perfekte Abschluss von einem Jahr, dass mich wie kaum ein anderes zuvor geprägt hat.
Die letzten Monate waren fast zu schön um wahr zu sein. Es wurde von Monat zu Monat besser. Selbst der September toppt erneut alles! Aber vielleicht ist das auch nur ‚mein Normalzustand‘. Das die Dinge für mich sind, wenn ich hart daran arbeite – meine inneren Dämonen besiege. Leicht habe ich es mir wahrlich nicht gemacht, um nun (mental) da zu sein, wo ich heute bin.
Mir stehen wieder alle Möglichkeiten offen. Ich habe einen guten Ausgangspunkt für weitere Zukunftsplanungen erreicht.

Jetzt sage ich mir selbst Danke und genieße einfach den Moment!

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Behind the Scenes: 3. Heidelberger Schlossbeleuchtung 2016

Im Artikel der RNZ zum Event wurde ich zitiert :-)
Nachzulesen >hier<

(Lesezeit circa 4 Minuten)

03. September 2016… Ein warmer, sonniger Tag. Je näher ich der Heidelberger Altstadt und speziell der Alten Brücke (Karl-Theodor-Brücke) komme, desto voller wird es.
Mittlerweile ist es 17 Uhr. Die Alte Brücke wird für die Öffentlichkeit gesperrt. Kurz darauf kommt auch schon der LKW mit der Pyrotechnik angerollt.
Nun beginnt auch meine Arbeit.
Ein Dankeschön geht hier an die Heidelberg Event und Beisel Pyrotechnik, die so freundlich waren, mich einen Blick ‚Hinter die Kulissen‘ werfen zu lassen, um das Ganze für Euch fotografisch zu dokumentieren. Was also gehört alles dazu, damit so ein Spektakel ohne Zwischenfälle funktioniert?

Wichtig zunächst natürlich die Arbeit der Polizei, DRK, Feuerwehr und DLRG, die für die Sicherheit der Zuschauer sorgen und gegebenenfalls auch geduldig die Fragen der Passanten beantworten.
Währenddessen Ausladen und Sortieren der Pyrotechnik auf der Brücke. Sofort erhielt ich den eindringlichen Hinweis, dass nun keinesfalls mehr mit Feuer hantiert oder geraucht werden dürfe. – Als mittlerweile erfolgreiche Nichtraucherin natürlich kein Problem für mich.
Pläne studieren für den Aufbau. Was soll wo hin. Bei dieser Gelegenheit erfahre ich, was für Arbeit hier auch bereits im Vorfeld geleistet wurde. Grob kann man sagen, dass 1 Minute Feuerwerk in etwa einen halben Tag Arbeit verursacht.
Die Bomben müssen aus dem Bunker geholt und in Segmenten verkabelt werden. Kleine Info am Rande: Die Bomben werden heute nicht mehr selbst hergestellt, sondern bei speziellen Herstellern eingekauft. Das Bild (ugs. Feuerwerk) muss geplant werden. Die Schlossbeleuchtung findet zwar 3x im Jahr statt, doch ist sie immer wieder abgewandelt. Kein ‚Schema F‘ für den Kunden. Aufbaupläne müssen erstellt werden. Und letztendlich dann der Aufbau vor Ort. Hier mit der Besonderheit, dass die Brücke erst 17 Uhr gesperrt wird und der Beginn nur wenige Stunden später 22:15 Uhr erfolgt. Zeitdruck. Circa 300kg an Pyrotechnik muss schließlich rechtzeitig aufgebaut werden.

„Beim Aufbau schon an den Abbau denken.“ bekomme ich zu hören. Ich frage etwas genauer nach… Hier an der Brücke ist es laut Erfahrung wohl so, dass die Menschen nach dem Feuerwerk bald schon über die Brücke in Richtung Altstadt wollen, um die Nacht noch ausklingen zu lassen. Ungeduldige Menschen und eventuelle Feuerwerksreste, Kabel und die ganzen Aufbauten. Da muss im Vorfeld dran gedacht werden, wie man das schnell und sicher händelt mit dem Abbau.
Gezündet wird übrigens seitlich am Rand der Brücke. Einen Knopf drücken und los geht’s. Alles programmiert heutzutage. Niemand mehr, der sich aus Sicherheitsgründen auf der Brücke aufhalten darf. Ich bekomme Geschichten von Unfällen in der Branche zu hören… solch einen Vorfall möchte natürlich niemand heute Abend. Planung und Kontrolle ist alles.

Mittlerweile sind einige Stunden vergangen. Die Pyrotechnik steht. Nun kann die Verkabelung beginnen. Ein ziemliches Kabel-Wirrwarr, aber gut vormarkiert. Die Beteiligten wissen genau was zu tun ist und so dauert es nicht lange, bis alles an den Empfängern angeschlossen ist.

Heute passt das Wetter. Ein leichter Wind weht. Ein Vorteil, denn der Rauch der vielen Zündungen wird zügig weggeblasen werden. Ich erkundige mich, wie das mit schlechtem Wetter so ist. Was bei Regen gemacht wird. Ob überhaupt geschossen wird? Die Antwort ist einfach: die Pyro wird mit einer Plane abgedeckt und die Bomben fliegen bzw. schießen hindurch. Es ist eine ziemliche Kraftentwicklung, die dort in den Abschussvorrichtungen (Rohren) entwickelt wird. Unten in der Bombe das Schwarzpulver, dass dann das Effektelement nach oben katapultiert. – Der einzige Weg, auf dem die Kraft entweichen kann. Reine Physik. Das was dann oben am Himmel die schönen Farben und Effekte macht: Chemie. Verschiedene Salze und Elemente die dafür sorgen, dass es dem Zuschauer nicht zu eintönig wird.
Es wird also mit dem Kabel das Schwarzpulver an der Bombe selbst gezündet, sie fliegt nach oben und mit einem kleinen ebenfalls eingebauten Verzögerer dazwischen glüht dieser Teil schwach, um dann am Himmel an der gewünschten Position den eigentlichen Effekt zu zünden.
Um noch einmal kurz auf das Wetter zurück zu kommen… lediglich wenn es zu ungemütlich wird, dann wird nicht gestartet. Das täte den Zuschauern dann letztenendes in der Situation auch keinen Spaß mehr machen, im Starkregen oder Sturm dazustehen und zuzusehen. Je nachdem wie teuer das Bild ist, wird dann auf eine bessere Wetterlücke gewartet, um doch noch zu zünden.
Aber da uns das Wetter heute sehr wohlgesonnen ist, müssen wir uns glücklicherweise darüber keine weiteren Gedanken machen. Im Gegenteil. Nachdem soweit alles steht werden wir noch mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt. Der zunehmende Mond steht mittig und tief als Sichel über dem Neckar. Ein schöner Anblick.

Nun wird es auf dem Neckar vor der Brücke auch immer voller. Die letzten Boote bringen sich in Stellung (mit dabei u.a. auch die „Königin Silvia“) und auch am Ufer auf beiden Seiten tummeln sich immer mehr Schaulustige. Die Ersten sicherten sich bereits schon bei unserer Ankunft die besten Plätze entlang des Neckars und auch oben am Philosophenweg wurde es rasch voller. Von der Brücke aus, konnte man das immer mal wieder gut verfolgen. Viele nutzen die Gelegenheit für ein Picknick mit Freunden. So lässt es sich leben.

21:00 Uhr. Alles fertig verkabelt und aufgebaut. Wohlverdiente Pause. Die Ruhe vor dem Sturm. Und doch macht sich nun langsam die Nervosität breit. Auch bei mir. Die Fotos müssen sitzen. Keine Möglichkeit auf eine Wiederholung des Moments.
Zur Sicherheit der ganzen Pyro blieb ein Mitarbeiter der Firma vor Ort, während die anderen sich stärkten. Ich erfuhr noch jede Menge Interessantes, dass hier nun allerdings den Rahmen sprengen würde. Gegen 21:45 Uhr kamen aber auch schon die anderen zurück. Eine letzte Kontrolle. Das Startpult mit zum nördlichen Brückenende nehmen und dort Stellung beziehen. Nur noch wenige Minuten. Ich verabschiede mich an dieser Stelle und wünsche dem Sprengmeister ein „Gut Schuss“.
Mit Glück habe ich einen guten Platz für meine Aufnahmen vom Feuerwerk gefunden. Ein paar freundliche Mädels ließen mich und mein Stativ noch mit dazwischen. Es stellte sich schnell heraus, dass ich alle ihre Fragen zum Feuerwerk und Aufbau beantworten konnte. Win-Win Situation. So soll es sein.

22:13 Uhr. Die Straßenlaternen erlöschen. Ein erstes Raunen geht durch die Menge.
Pünktlich 22:15 Uhr zündet der Startschuss von der Brücke und kurz darauf oben an den Türmen des Schlosses das Feuerwerk. Danach begann das Schloss für einige Minuten zu ‚brennen‘. Ein schöner Effekt, der da mit bengalischen Feuern erzeugt wird. Dann erlosch das ‚Feuer‘ und das Schloss wurde dunkel.
An der Alten Brücke zündeten nun auch die Vulkane und ließen den ‚Wasserfall‘, beidseitig an den 4 Brückenpfeilern, hinunter regnen. Erneute Begeisterung bei den Zuschauern. Ein weiteres Highlight waren die bunten Watercakes, die für einige Momente auf dem Wasser entlang trieben.
Kurz vor dem Finale gab es noch ein paar weitere der sogenannten „Watercakes“. Diese nun zündeten aber nach einem Augenblick von der Wasseroberfläche, auf der sie schwammen. Auch hier wieder viel Applaus zwischendurch, für diese Effekte.
Zum Finale ließ sich die Firma Beisel natürlich auch nicht lumpen und sorgte für ordentlich Stimmung. – Aber seht selbst in meinem kurzen Video:


Copyright-Hinweis:

Die hier gezeigten Fotos unterliegen dem Urheberrecht. Keine Weiterveröffentlichung ohne meine vorherige schriftliche Genehmigung!

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Paris – IV

Teil I
Teil II
Teil III

Samstag 26.09.2015
Okay. Das war eine kurze Nacht. Sehr kurz. Es hatte direkt an der Kreuzung (irgendwann gegen 4:30 Uhr) vor der Kirche mit mehreren Autos gekracht. An Schlaf war dann bei den Sirenen und Lärm nicht mehr zu denken. Nun denn. Müssen eben 3 Stunden reichen. Also kurz Pulli und Hose überwerfen und raus für ne Zigarette. Gucken, was denn diese Unruhe da draußen verursacht… Joa. Hat ordentlich gescheppert. 3 Krankenwagen, 1 Notarzt, 2 Polizeiwagen und 1 Feuerwehr wegen den ausgelaufenen Flüssigkeiten. Aber nun wieder rein. Ich nutze die Gelegenheit, um mir eine kleine Tour für den Tag zu erstellen. Auf jeden Fall in die Katakomben und ins Le Marais. Pflicht. Notre Dame auch noch kurz und natürlich Eiffelturm heute. Der Rest… spontan. Mal schauen, wo mich die Stadt hinzieht.
Kurz gefrühstückt und schon geht es los in Richtung Notre Dame. Mittlerweile ist es 9 Uhr. Die Stadt ist herrlich unhektisch zu dieser Uhrzeit. Werde ich mir merken.
Nach der Notre Dame geht’s dann direkt weiter zum Eingang der Katakomben. Es ist kurz vor 10 und die Schlange reicht schon um’s Eck. Die Sonne knallt. Warten. Einlass geht gleich los. Nach mir wird die Schlange innerhalb weniger Minuten extrem lang. Glück gehabt. Ich warte ungefähr eine dreiviertel Stunde, bis gefragt wird, ob noch 2-3 Leute mit in die Führung wollen. Jepp. Hier. Ich. Und somit geht es vorbei an den anderen 20-30 Leuten vor mir. Eine größere zusammengehörige Gruppe. Nach der Kasse geht es dann auch direkt hinab. Es beginnt unspektakulär, gibt einige Infotafeln zur Geschichte und Geologie. Man läuft und läuft. Immerhin ist es wirklich angenehm hier unten. Ein willkommener Kontrast zur Hitze oben. Nach etlichen zurückgelegten Metern kommt ein weiterer Durchgang über dem steht: „ARRÈTE! C’EST ICI L’EMPIRE DE LA MORT“. Ab hier dann das eigentliche Highlight dieser Tour. Beeindruckend. Faszinierend. Eine besondere Atmosphäre. Unser Guide erklärt sehr gut auf Englisch. Wir bekommen jede Menge interessanter Geschichten zu hören. Kunstvoll arrangierte Knochen. Nur irgendwann hat das Auge genug… Knochen ohne Ende. Und noch mehr Knochen… Am Ende der Tour geht es natürlich alles wieder nach oben. Einiges Stöhnen vor mir. Dann wieder warten. Und schon bald die letzten Stufen. Herausgekommen sind wir ganz woanders. Kurz orientiert. Auf die Uhr geguckt. Hunger. Also noch eben schnell was zu essen organisiert und ab an die Seine. Sonne genießen. Bei der Gelegenheit stellte ich dann leider auch fest, dass die Metro Samstag Mittag mehr als voll ist. Da drängen sich sehr schnell Bilder der Tokioter Metro auf und wie die Menschen bis auf den letzten Zentimeter noch in den Wagen gedrückt werden. Na zumindest hätte man bei einer Vollbremsung auch nicht umfallen können. Definitiv nichts für Demophobiker. ;-)
Bis ca. 15 Uhr genoss ich also das Wetter, die Stimmung, das Plätschern des Wassers, die Boote die vorbei fuhren und noch ein Eis.
Spontan entschloss ich mich dazu zum Cartier Chinois im 13ten zu fahren. Kontrastreiche Architektur. Avenue D’Italie. Nett zu laufen. Am Ende dann links weg und dann die Nächste auch wieder links. Ich komme an einem der üblichen Mittags-Essens-Märkte vorbei. Private Familien die gekocht und vorbereitet haben, bieten hier ihre authentischen Speisen an. Ich schaue interessiert und werde dann doch dazu überredet hier direkt etwas zu probieren. Der Herr am Nachbarstand macht es in seinem improvisierten Öfchen warm. Fleisch und Teig mit Gemüse eingewickelt in einem Bananenblatt. Ich weiß leider nicht mehr wie es hieß, es schmeckte jedoch fantastisch. Ich weiß noch nicht einmal welches Fleisch das war. Interessant. Ungewöhnlich. Aber lecker. Definitiv eine Erfahrung wert. Traut euch :-)
Auf meinem Weg wieder zur Metro mache ich noch einen Zwischenstopp an einem der kleinen Lädchen mit dem ganzen China-Deko-Kram. Kleine Erinnerung (Winkekatze) und ein paar Räucherstäbchen mitnehmen. Und dann wieder rein in die nun nicht mehr ganz so proppevolle Metro in Richtung Bastille.
Ab hier will ich zu Fuß das Marais erkunden. Rue St. Antoine. Als ich zum Maison Européenne de la Photographie komme und die Fotografen sehe die dort ausstellen, kann ich natürlich auch nicht dran vorbei gehen. Jean-Pierre Laffont, John Edward Heaton, Caio Reisewitz und noch einige mehr. Hat sich sehr gelohnt.
Danach gehe ich weiter und entdecke dieses hippe Viertel. Galerie an Galerie. Junge Leute. Bars. Cafés. Bunt. Kreativ. Modern und doch klassisch nostalgisch. Es ist schwer zu beschreiben. Man muss es fühlen, was das Le Marais ausmacht. Mein Lieblingsviertel von Paris. Hier entstand auch das Foto aus der Galerie mit dem verliebten Pärchen Arm in Arm.
In der ganzen Hitze bekam ich dann doch Durst und so kam es gerade gelegen, dass nur wenige Meter weiter ein kleiner Intermarché auftauchte. Hier kam es auch zu einem kleineren Zwischenfall. Mega unfreundlicher und gelangweilter Kassierer, der mich um ein paar Euro meines Rückgeldes bescheissen wollte und just in dem Moment so tat, als wüsste er nicht, was ich meine. Der Herr mit der Ratte in seiner Kapuze, der kurz vor mir dran war, bekam das aber noch mit und kam mir in der Argumentation zu Hilfe. Innerlich fluchte ich aufgebracht vor mir her. Du Depp. Stell dich nicht doof. Ich zerr dich gleich über die Theke, wenn du mir nicht das Rückgeld gibst. Wir redeten gefühlte 5 Minuten auf ihn ein, bis er verstanden hatte, dass ich nicht früher gehe und doch gleich die Polizei rufen würde. Ich bekam also letztendlich mein fehlendes Geld und unterhielt mich vor dem Laden noch ein wenig mit dem Herrn über seine Ratte, die ich dann auch mal auf den Arm nehmen durfte. Mein erstes Mal mit Ratte. ;-)
Mittlerweile war es schon 20 Uhr… ein wenig weiter entlang schlendern und dann zurück zum Hotel und noch die letzte Nacht buchen und bezahlen. Die Option hatte mir der Besitzer ja gelassen. Sehr cool. Den ganzen Kram ablegen. Umziehen und dann zum Eiffelturm.
Puhh.. Samstag Abend ist die Metro also genauso voll wie am Mittag. Warum wundere ich mich eigentlich? War doch zu erwarten. Mittlerweile ist es ca. 21:30 Uhr. Aussteigen an der Station Trocadéro. Ausgang in Richtung Eiffelturm nehmen wollen. Zum Glück sehe ich genau in diesem Moment noch einen – aus einem der vorderen Wagen der Metro – torkelnden jungen Mann… direkt auf mich zu. Ich mache einen kleinen Schritt nach rechts und bleibe stehen. Da kotzt er direkt schräg links vor mir auf den Boden. Jawoll. Herzlich willkommen in Paris. Ich lache verlegen. Na was ein Glück, dass er mir nicht auf’s Kleid gereiert hat. Die Passanten die diese Aktion mitbekommen haben lächeln ebenfalls erleichtert in meine Richtung. Abhaken. Weiter geht’s. Immer der Masse nach. Hoch auf die Terasse mit dem legendären Blick auf den Eiffelturm. In wenigen Minuten geht es los. Ich habe noch eine Position mit freier Sicht gefunden. Kamera einstellen und schon geht es los. 22 Uhr. Ein Raunen geht durch die Menge, als der Eiffelturm zu funkeln beginnt. Hinzu kommt heute auch noch ein perfekt stehender Mond und eine Wolkenlücke, die alles herrlich dramatisch wirken lässt. Sehr schön. Ein Moment, der mir auch noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wunderschönes Zusammenspiel aller Komponenten. Ich bleibe noch ein Weilchen sitzen. Beobachte die Verkäufer mit ihren leuchtenden Flugspielzeugen. Schreibe noch ein paar Zeilen in mein Tagebuch und dann gehe ich nocheinmal hinunter zum Turm. Den restlichen Abend genießen. Fotos machen und dann wieder in Richtung Hotel. Ich merke, dass ich letzte Nacht nicht all zu viel Schlaf abbekommen hatte. Also zurück mit der vollen Metro zum Gare de l’Est und die letzten Meter müde zu Fuß.

Sonntag 27.09.2015
Die Nacht hatte ich deutlich länger geschlafen. Das Kirchengebimmel bekam ich kaum mit und auch der Straßenlärm hielt sich in Grenzen. Der Sonntag hielt aber noch eine anderweitige Überraschung parrat. Es war der erste Auto-freie Sonntag, den Paris hatte. Nun ja… was man so autofrei nennt… waren natürlich trotzdem einige unterwegs, doch absolut kein Vergleich, zu den Tagen davor. Ein ungewohntes Bild. Keine verstopften Straßen. Und am Eiffelturm selbst gar keine. Die Chance nutzte ich natürlich an diesem herrlich sonnigen Morgen und machte noch ein paar weitere Aufnahmen. Die Sonne stand im (für mich) perfekten Winkel zum Turm. Wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Yesss! Wie es der Zufall dann auch noch wollte, sollte wenig später am Eiffelturm der Start des 38. Paris-Versailles Marathon stattfinden. Den hab ich natürlich auch noch mitgenommen.
Danach ging es dann durch den Jardin du Champ de Mars in Richtung Militärschule. Auf dem Weg dorthin vorbei an einem Fest für Familien mit ihren Kids, Square-Dance tanzenden Leuten weiter hinten im Park zugesehen und einer wirklich freakig freudigen Japanerin dabei geholfen, noch ein paar Fotos von sich und dem Eiffelturm zu bekommen. Sie muss mich mit meiner Kamera schon von weitem gesehen haben und kam schnurstraks und breit grinsend auf mich zu. War echt klasse. Krasser Style. Sehr cool mit ihrem Zuckerwatte-farbenem Haar. Mein Highlight des Tages.
Danach ging es dann aber wieder zurück zum Hotel. Auschecken. Also mit meinem ganzen Kram in Richtung Gare de l’Est und auf den TGV warten.
Noch eine gute Stunde. Leute beobachten. Lebensgeschichten ausdenken. Wo kommen sie her. Wo wollen sie hin. Was erleben sie. Gesprächsfetzen aufschnappen.
Dann rollt der TGV auch schon ein. Zum Glück sitzt dieses Mal niemand auf meinem Platz. Natürlich wieder am Fenster. Wie reserviert. Wenig später nimmt ein Herr mittleren Alters neben mir Platz. Amerikaner wie sich schnell herausstellt. Kommunikativ. Wieder keine Ruhe. Darf doch nicht wahr sein. Nun gut… verging die Zeit auch recht flott und ich konnte mein holpriges Englisch mal wieder sprechen üben. Nicht nur 5-10 Minuten lang, wie die Tage zuvor. (Ich verstehe weit mehr, als ich selbst über die Lippen auf Englisch rausbekomme. Fehlende Übung eben…)
Es dauerte nicht lange und wir kamen auf das Thema Trump. Vom Reisen in Europa und wo wir überall schon waren über die DDR zu Trump. Irgendwo im Gespräch falsch abgebogen. Ich muss kurz lachen. Mein Gesprächspartner schaut mich verwirrt an und lacht dann mit. Ok. Gut gerettet. Jedenfalls wird unser Gespräch dann doch recht schnell etwas aufgeregter. Was wäre wenn. Trump Präsident und so. Will keiner von uns Beiden. Worst Case-Szenarios in unseren Köpfen. Und dann war es auch schon fast Ende der Fahrt für uns beide. Karlsruhe. Er weiter nach Frankfurt und ich Richtung Basel. War doch ganz nett. Kurzweilig.
In Karlsruhe dann ab in den ICE nach Basel. Ich sitze am Gang. Links neben mir sitzt ein junger Mann der sich New York Fotos an seinem Laptop anguckt. Scheint wohl gerade zurückgekommen zu sein. Aber er ist absolut nicht gesprächig. Auch recht. Rechts neben mir nach dem Gang 2 ältere Damen. Die eine am Gang knabbert Nüsse aus einer Tüte. Eine Verpackung in der sie nur eine sehr kleine Öffnung gemacht hatte. Raschel raschel. Schüttel. Mampf. Raschel. Schüttel. Knister. Mampf. Und so weiter… Kurz bevor ich ihr sagen will, wie unglaublich nervig ihre Art und Weise des Nüsse-Essens bzw. Rausfummeln der selbigen ist, packt sie die Tüte weg. Na da haste ja nochmal Glück gehabt. Beinahe wäre ich zynisch geworden. Halbwegs komplikationslos ging dann auch die restliche Reise bis Heim von statten. Ich hatte nun ein paar Tage meine Tochter nicht gesehen und so war aufgrund meiner Prosopagnosie der Unterschied riesig. Ich staunte. War überwältigt und überglücklich schloss ich sie in meine Arme.

Das war es also… mein kleines Abenteuer. Genau zur richtigen Zeit, denn nur wenig später, sollte sich mein Leben komplett verändern. Ich bin froh, dass ich das damals so durchgezogen hab. Von den Erinnerungen zehre ich noch heute und sie waren es auch, die mich die folgenden Monate gut durchhalten ließen. Wenn man auf sein Herz hört und das durchzieht, dann eröffnen sich neue Wege, die letztenendes doch glücklicher und zufrieden machen, als man vielleicht zum aktuellen Zeitpunkt noch gar nicht absehen kann. Für mich nehme ich jedenfalls als Lebenserfahrung mit, dass egal was kommt, ich auf mich selbst immer vertrauen kann. Ich finde einen Weg, etwas Gutes für mich und meine Tochter daraus zu machen. Wer braucht schon all diesen materiellen Kram, wenn er wirklich glücklich sein kann. Nun so bei Null wieder angefangen zu haben, hatte etwas sehr befreiendes für das ich durchaus dankbar bin. Ich wäre nicht der selbstbewusste und zufriedene Mensch, der ich heute bin.
„We think that if we have health and wealth they’re enough to be happy, but actually happiness depends on the state of our minds.“ (Dalai Lama) Recht hat er.

An dieser Stelle nun auch ein Dankeschön an all diejenigen, die meine Reise bis hierher mitverfolgt haben. Danke für die netten Worte und den Zuspruch. Das bedeutet mir viel!

(Header-Foto: Kronleuchter in der Notre Dame)

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Ein passendes Lied zu meinem Weg: Wolfsheim – Kein Zurück

Dein Leben dreht sich nur im Kreis
So voll von weggeworfener Zeit
Deine Träume schiebst du endlos vor dir her
Du willst noch leben irgendwann
Doch wenn nicht heute, wann denn dann?
Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her.

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