Autismus und die Sache mit dem ’nicht können‘

Doch ich kann! Sehr gut sogar! Jeder von uns – wenn er gelassen wird!

Immer wieder lese oder höre ich in den Medien von Eltern mit autistischen Kindern: „Mein Kind wird nie…“ – hier dann beliebig einsetzen:
– jemanden lieben können
– allein wohnen
– heiraten
– Kinder bekommen
– etc.

Warum nicht? Warum sollte das nicht funktionieren?
Weil derzeit im Kindesalter ein Autist vielleicht nicht wahnsinnig große Fortschritte macht?
Weil das Kind in eine Rolle gezwängt wird, in der es nicht es selbst sein kann?
Warum wird autistischen Menschen immer wieder das Recht abgesprochen, so zu leben, wie sie es später einmal möchten?
Solche Aussagen ersticken die Hoffnung des Kindes, auf eine schöne Zukunft, bereits im Keim.
Woher wollen Eltern wissen, was die Zeit bringt? Fortschritte kann jedes Kind machen, wenn es denn auch gelassen wird.
Selbstfindung ist hier meiner Meinung nach das Stichwort.
Wenn jeder so sein darf, wie er wirklich ist, ohne von Kindheitstagen an schon in ein viel zu eng geschnürtes Korsett gesteckt zu werden (RW), dann bin ich der Auffassung, dass autistische Kinder (natürlich auch Erwachsene) viel mehr erreichen können, als ihnen von Außenstehenden (Eltern, Betreuer, Medien) oftmals zugetraut wird.

Der Satz „Mein Kind wird nie…“ wird nur allzu gern dann gebraucht, um einen ganzen Marathon an Therapien zu rechtfertigen. – Warum?
Um so unauffällig angepasst wie möglich durch’s Leben zu kommen?
Was dabei oft vergessen wird ist das Selbstwertgefühl des Autisten.
Sicher – es ist sinnvoll einem autistischen Kind Hilfen anzubieten um eigene (!) Lösungen für gewisse Alltagsprobleme zu finden. Doch der falsche Weg ist es, diese Kinder in gesellschaftliche Normen zu pressen, nur weil ‚man das eben so macht‘.
Viel stärkender ist es doch, wenn das Kind merkt, dass es eigene Strategien für solche ‚Normen‘ entwickeln und anwenden kann.

Beispiel Blickkontakt:
Als kleines Kind konnte ich das nicht. Doch im Alter von vielleicht 10 Jahren brachte ich mir das selbst bei.
Warum?
Der Grund könnte banaler nicht sein.
In der Schule gab es unter den Klassenkameraden ein Spiel, dass hieß: ‚Sieh mir in die Augen‘ – und wer als erstes weg sah oder lachte, der hatte verloren.
Natürlich verlor ich immer.
Irgendwann überlegte ich mir eine Strategie und siehe da… danach verlor ich nur noch selten. Die anderen Kinder fragten mich sogar, wie ich das auf einmal machte.
Es kostete mich zunächst viel Überwindung/Anstrengung den Blickkontakt aufrecht zu erhalten, doch immer mehr gelang es mir, „hinzusehen ohne hinzusehen“.
Ich stellte mich kurz vor dem Spiel darauf ein, in die Augen zu sehen… blickte dann in mein Gegenüber und ‚verlor‘ mich in den Augen der anderen Person. Ich wanderte förmlich wie in einem Tunnel in ihnen umher. Ich machte sie zu einer Art Objekt.
Seither habe ich mit Blickkontakt wenig Probleme – auch wenn ich nun doch hin- und wieder mal für mein Gegenüber zum starren neige, wenn ich zu weit ‚wandere‘ ;-)

Ist es denn nicht viel sinnvoller, sich seine eigenen Strategien zu erfinden, als in endlosen Therapiesitzungen darauf konditioniert zu werden, dieses oder jenes zu tun, ohne den Grund dahinter so richtig zu verstehen?
Überzeugender und erfolgreicher ist es auf die andere Art und Weise. Hilfestellung ja gerne – aber kein Zwang.

Ohne von meinem Autismus zu wissen schaffte ich das Abitur, wohnte allein, begann eine Ausbildung, modelte, jobbte als Fotografin, bin verheiratet und habe eine kleine Tochter.
Sicherlich, all das war und ist nicht immer einfach, es gibt Höhen und Tiefen, doch im Allgemeinen meisterte ich alles ohne Hilfe von Außen. Rückschläge blieben nicht aus, doch die haben nicht nur Autisten und gehören nun einmal zum Leben dazu.


edit: Ich werde hier noch etwas spezifischer, da es evtl. sonst zu Mißverständnissen kommt.
Ich schaffte vielleicht einiges in meinem Leben allein, weil ich meine ganzen Probleme, die ich mit meiner Umwelt habe, für ganz normal hielt. Das es jedem so gehen würde. – Ich wusste es ja nicht besser, also kämpfte ich mich da durch.
Ich bin ehrlich… ich weiß nicht, ob ich das alles so auf diese Art durchgezogen hätte, wenn ich eher von meinem Autismus gewusst hätte (z.B. Kind bekommen). Denn auch ich hatte zunächst als ‚unwissender Neuling‘ nur ein vages Bild von Autismus, dass auch bei mir mit so einigen Vorurteilen behaftet war und die erst mit der Zeit abgebaut wurden, dadurch das ich mich selbst und auch andere Autisten (durch deren Blogs) immer mehr verstand.
Warum und wieso ich gewisse Dinge nicht so gut kann wie andere. Meine Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
Vielleicht war es trotz der vielen schmerzlichen (Mobbing-)Erfahrungen auch gut so, dass ich meine Diagnose so spät erhielt. Heute bin ich dankbar dafür, eine 2 Jahre alte Tochter zu haben. Ja, es ist anstrengend – aber jeder Moment in dem wir gemeinsam lachen oder uns einfach nur für einen kleinen Augenblick ansehen und ohne Worte verstehen macht mich glücklich und ist alle Mühen wert.
Gerade weil mir niemand vorher sagte: „Also als Autist Mutter werden… geht das denn? Willst du dir das antun? Das ist doch für ’normale‘ Menschen schon anstrengend…“ etc.)
Heute weiß ich, dass ich es kann. Autismus hin oder her. Es ist machbar.

Wenn einem kleinen Kind nun also von Außen immer wieder gesagt wird, du darfst nicht so sein wie du bist – wir müssen dich ändern, sonst wirst du in deinem Leben nichts erreichen. Was macht das mit einem Menschen?
Genau. Man ist sein Leben lang abhängig von anderen, denn man selbst kann und ist ein Nichts und Niemand. Ohne Stärken – nur Schwächen, die einem immer wieder vorgehalten werden.
Selbstwertgefühl und Selbstbestimmung haben keine Chance sich zu entwickeln.

„Ist eine Rose denn keine Rose, nur weil sie nicht blüht?“

Vielleicht braucht sie nur etwas länger, etwas mehr Wasser, gute Zuwendung und ein wenig frischen Wind.

 

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30 Kommentare zu „Autismus und die Sache mit dem ’nicht können‘

  1. Danke für diesen Artikel. Ich habe das mit dem Autismus auch erst im Erwachsenenalter erfahren, und plötzlich ergibt alles Sinn. Ich wünsche mir manchmal, ich hätte davon früher gewusst, dann hätte ich mir eventuell vieles nicht so schwer gemacht. Ich habe halt nicht in die Form gepasst und immer irgendwie versucht, mich reinzuquetschen.

    Jetzt passe ich zwar immer noch nicht rein, aber ich habe eine innere Ruhe, die ich vorher nicht kannte und die wirklich gut tut. Die Probleme sind immer noch da, aber ich gehe sie anders an oder manchmal auch gar nicht, weil ich weiß – das kann ich eben einfach nicht, das geht bei mir eben einfach nicht, Kühe können auch nicht Radfahren lernen.

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  2. Ohne von meinem Autismus zu wissen schaffte ich das Abitur, wohnte allein, begann eine Ausbildung, modelte, war selbständige Fotografin und bin mittlerweile verheiratet und habe eine kleine Tochter.

    Prima für Sie. Ich freu mich das Ihnen das Leben die Sonnenseiten des Daseins nicht ganz verwehrt hat.

    Sie sind sich aber hoffentlich im Klaren darüber, das sie für einen Bruchteil der ASS Betroffenen stehen bzw. für höchstens ein Viertel der Asperger-Betroffenen?

    Insofern ist Ihre These nett gemeint, aber Sie gehen einfach an der Realität vorbei, das viele eine Betreuung brauchen, weil sie alleine nicht klar kommen und einige sogar durchaus fähig sind sich selbst und andere zu verletzen.

    Zu heiraten, Kinder haben, Auto fahren, arbeiten gehen, Menschen kennenlernen, Verträge abschließen, in den Urlaub fahren…

    Das alles ist auch eine Frage der Verantwortung für sich Selbst und für Andere. Eine Weitsicht, die nicht jeder Betroffene hat und haben kann. Das hat auch weniger mit Erziehung zu tun, sondern die Grundlage für die Probleme liegt in der Störung der exekutiven Funktionen.

    Sie sind selbst in ihrem Blickwinkel gefangen mit ihrem hohen Anteil an Fähigkeiten, Intelligenz und Möglichkeiten. Insofern etwas zurückhaltender und überlegter bitte.

    Sie sind die Ausnahme nicht die typische Betroffene.

    Grüße

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    1. Hallo Küstennebel,
      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Wie ich bereits auf meiner ‚about‘ Seite schrieb, ich schreibe hier in diesem Blog lediglich über mich, meine Erfahrungen und meine Ansichten.
      Ich maße mir in keinster Weise an, hier für alle Autisten und Autistinnen zu sprechen oder gar zu behaupten, „so und nicht anders müsse man xyz tun, damit dieses oder jenes funktioniert“.

      Ebenfalls erwähnte ich überhaupt nicht, dass es keine Autisten gibt, die Betreuung benötigen. – Natürlich gibt es Diese und ich finde es gut, wenn diese Betreuung erhalten.
      Worauf ich mich bezog, war lediglich der Punkt, dass durch solche Aussagen (wird nie… etc.) der Eindruck erweckt wird, dass es gar nicht erst versucht wird, dem Kind auch allein etwas zuzutrauen.

      Durch das negative Bild, das von Autismus über einige Medien transportiert wird, erhält man den Eindruck, dass Autismus etwas sei, das eine Strafe für Familie und Angehörige allerhöchsten Ausmaßes darstellt.
      Das das Leben mit Autismus einfach sei, habe ich nie behauptet und werde ich auch nicht.

      Ich möchte mit meinen Blogposts lediglich für Akzeptanz werben und helfen, dass Autismus – in all seinen Facetten – auch für Nicht-Autisten etwas begreifbarer wird.

      Mich interessiert, wie Sie anhand von nur wenigen Blogpostings feststellen konnten, wie stark ich oder eben nicht im Spektrum stehe. – Wie kommen Sie auf ein Viertel?

      Ebenfalls scheinen Sie zu vergessen, dass ich in meinen Postings immer nur einen kleinen Ausschnitt aus meinem Leben preisgebe.
      Ich könnte natürlich den ganzen Tag über all jene Schwierigkeiten bloggen, die ich so den lieben langen Tag habe – doch was bringt mir und meiner Umwelt das?
      Es ist lediglich das immer gleiche negative Bild, welches schon zur genüge (im Internet und in den Köpfen anderer) vorhanden ist.

      Ich definiere mich nicht nur über meine Schwächen – das taten andere für mich schon 30 Jahre lang. Ich habe auch Stärken und es ist sicherlich erlaubt, diese auch mit der Welt zu teilen und aus dem allzu negativ behaftetem Begriff ‚Autismus‘, etwas zu machen, dass man mit Menschen verbindet, die es wert sind, bedingungslos geliebt zu werden und nicht nur mit einer schweren Bürde für andere.

      Wenn man die immer öfter auftretenden Entgleisungen von Menschen liest, die Autismus als Schimpfwort mißbrauchen, dann ist solche Aufklärungsarbeit ganz besonders von Nöten.

      Aber ich nehme mich Ihrer Kritik an und werde noch einmal ganz explizit darauf hinweisen, dass es in meinem (!) Blog auch lediglich um meine (!) Sicht der Dinge geht und ich nur eine Autistin aus diesem bunten Spektrum bin, die ganz eigene Facetten hat und dadurch ein ganz eigenes Individuum ist, welches sich vielleicht etwas (oder auch etwas mehr) von anderen Menschen unterscheidet.

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      1. Ohne von meinem Autismus zu wissen schaffte ich das Abitur, wohnte allein, begann eine Ausbildung, modelte, war selbständige Fotografin und bin mittlerweile verheiratet und habe eine kleine Tochter.

        Finden Sie bitte noch andere, die das genauso machten und schafften. Sie können davon nicht viele finden. Bedenken Sie nur das „verheiratet sein“ und „Kinder haben“ ist vielen verwehrt. Nicht weil man ihnen das verbietet, sondern weil es schwer ist, wenn man kaum oder so grad noch die Verantwortung für sich selbst tragen kann.

        Ich beziehe mich mit meinen Zahlen auf Studienergebnisse, allgemein häufiger zitierte Zahlen. Die habe ich mir nicht ausgedacht, kann ich aus dem Stehgreif aber nicht die Quellen sagen, müsste ich suchen.

        Das Problem ist nicht, das Sie sich für Autisten einsetzen. Ich wollte auch nicht meinen Hinweis verstanden wissen als Kritik an ihrer Ausführung und ich wollte auch nicht behaupten, das das Erreichen Ihrer Ziele einfach gewesen sein muss für Sie.
        Ich weiß das auch sehr! intelligente Asperger große Probleme haben können, ich selbst bin ja Betroffener und habe zusätzlich ADHS, liege selbst im überdurchschnittlichen MIttel was Intelligenz angeht. Verstehe im Grunde jedenfalls worum es geht und habe nach langen Jahren Psychoeducation meine Diagnosen selbst gestellt und später formell bestätigen lassen.

        Insofern will ich nur klar machen das ich mir eine gewisse Kompetenz angeeignet habe, wenn auch mehr theoretischer Natur und bitte das zu berücksichtigen, da meine Ausführungen von diesem Wissen getragen sind.

        Sie sind durchaus jemand, der für das Verständniss werben kann, das wollte ich Ihnen nicht absprechen. Aber eben nur wenn Sie die Diskrepanz ihrer Lebenserfolge zwischen dem durchschnittlichen Autisten klar machen. Denn dann wird das große Spektrum deutlich. Autismussymptome sind nun mal auch stark von der Intelligenz abhängig. Das Problem ist das nicht alle Autisten intelligent genug sind um die hohen Anpassungsleistungen durch Modelllernen zu erbringen, die für nötig sind um im Leben mit den Nts zurecht zu kommen, aber auch die eigenen Alltagsprobleme zu lösen.

        Ich kann auch kürzer sagen glaube ich, was ich meinte. Es gab da mal eine Dokumentation über Autismus auf WDR. Da wurde ein intelligenter Asperger gezeigt, glaub hat eine Professur für Geologie, eine medial bekannte Asperger-Autistin, hochbegabt und Kinder, glaub nicht mehr verheiratet. Und ein retardierter Autist, der ohne Betreuung nicht leben kann.

        Was also gemacht wurde, das Spektrum vorgestellt. Mir kam genau das in Ihrem Beitrag zu kurz. Zumindest war das mein Eindruck, nach ihrer beruflichen Selbstbeschreibung.
        Ich dachte das Sie diesen etwas falschen Eindruck hinterlassen könnten beim unbedarften Leser, das nämlich Asperger immer! so intelligent seien relativ erfolgreich etc. So ist es halt nicht. Es gibt ein Spektrum von überwiegend retardierten Menschen mit Autismus, sozial extrem eingeschränkten Menschen mit Mutismus und ähnlich extremen Prägungen, bis hin zu Ihnen und anderen Menschen, die erfolgreich im Berufsleben stehen. Darauf wollte ich hinweisen mit meinem Beitrag.

        Grüße

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    2. Als Mutter von vier autistischen Kindern kann ich sagen, dass sehr viel Potential in meinen Kindern steckt.

      Es gilt, dass dieses Potential gewürdigt wird.

      Es gilt, dass die Stärken so gefördert werden, damit meine Kinder erleben, dass sie nicht nur aus Defiziten bestehen.

      DAS wird oft übersehen.

      Zitat: „Das hat auch weniger mit Erziehung zu tun, sondern die Grundlage für die Probleme liegt in der Störung der exekutiven Funktionen. “

      oder in einer anderen Wahrnehmung! Hier ist das Stichwort Reizüberflutung.

      Wenn ich also die Faktoren für Reizüberflutung minimiere, meinen Kindern beibringe, wie man sich selber schützen kann, dann ergeben sich Möglichkeiten, die Störungen der Exekutivfunktionen zu verbessern.

      Außerdem gibt es sehr viele autistische Menschen, die verheiratet sind, Kinder haben und sich verantwortungsvoll und fürsorglich verhalten.

      Mit wieviel Stress und Kraft dies verbunden ist, kann man als Außenstehender oft nicht erkennen.

      Wir Eltern werden bestimmt auch nicht als erstes sagen, wie schwer uns dies alles fällt.

      Aber nichts desto trotz, ist es um einiges schwerer, als für manchen NT’ler.

      Verallgemeinerungen helfen Niemandem.

      Zitat: „Zu heiraten, Kinder haben, Auto fahren, arbeiten gehen, Menschen kennenlernen, Verträge abschließen, in den Urlaub fahren…
      Das alles ist auch eine Frage der Verantwortung für sich Selbst und für Andere.“

      Ich erlebe meine Kinder als sehr verantwortungsvolle Menschen! Und es geht darum, eben dies auch zu würdigen! Und ihnen Möglichkeiten zu eröffnen.

      Das tut eine negative, auf Defizite orientierte Sichtweise leider nicht.

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  3. Vielleicht noch hinzufügen möchte ich, das Ich auch Ihnen das noch mal deutlich machen wollte. Die meisten Autisten bzw. Asperger verfügen nicht über ihre smarte Persönlichkeit, die sie in ihrem Beitrag vermitteln und können auch nicht ihre Anpassungsleistungen so einfach erbringen.

    Trotzdem haben Sie mit ihrem Anliegen völlig Recht! Man muss den Raum für die Menschen geben, damit sie sich entwickeln können und Lösungen finden, die sie Selbst finden. Das fördern ist viel viel wert.

    Jetzt aber

    Grüße :-)

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    1. Zitat: „und können auch nicht ihre Anpassungsleistungen so einfach erbringen. “

      von einfach in dem Zusammenhang mit meinem obigen Posting zu sprechen, ist „leicht“ dahin gesagt.

      Ich beschäftige mich seit 5 Jahren mit dem Spektrum. Ich habe viel gelernt (lernen müssen) in dieser Zeit.

      Aus Hochbegabung wurde „kann niemals alleine leben“. Das war die erste Aussage, die mir „um die Ohren geschlagen“ (RW) wurde. Und dies passte niemals zu meinem damals frisch diagnostizierten Sohn.

      Aber „einfach“ ist hier kein einziger Tag.

      Zitat: „Man muss den Raum für die Menschen geben, damit sie sich entwickeln können und Lösungen finden, die sie Selbst finden. Das fördern ist viel viel wert. “

      Danke

      Und dies gilt für alle Autisten!
      Egal, wie stark betroffen oder als stark betroffen in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

      Es lohnt IMMER jeder autistischen Persönlichkeit Chancen und Wege zu eröffnen. :idea:

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    2. Zitat – Küstennebel schrieb: (…) Autismussymptome sind nun mal auch stark von der Intelligenz abhängig. Das Problem ist das nicht alle Autisten intelligent genug sind um die hohen Anpassungsleistungen durch Modelllernen zu erbringen, die für nötig sind um im Leben mit den Nts zurecht zu kommen, aber auch die eigenen Alltagsprobleme zu löse(…)…dass „Autismussymptome“ auch stark von der Intelligenz abhängig sind, ist der größte Mist, den ich jemals gelesen oder gehört habe! Wenn dem so sei, so würden sämtliche „intelligenten“ Autisten erheblich weniger Probleme haben. Das Patentrezept gegen overloads, meldt- und shut-downs, gegen Beeinträchtigungen der zentralen Kohärenz, gegen Wahrnehmungsverarbeitungs“besonderheiten“…uvam ist nicht die Intelligenz; natürlich ist ein gewissen Maß an Intelligenz von Nöten, um zu verstehen, was mit einem los ist, um Lösungsmöglichkeiten „nachvollziehen“ zu können. Aber selbst der intelligenteste Autist kann die größten Probleme haben das kognitiv erfasste einzusetzen und umzusetzen….das spielen ganz andere Dinge mit.
      Wenn jemand – aus welchen Gründen auch immer- „wenigebetroffen“ ist und einen geringeren Leidensdruck hat, so kann man das nichtr alleine auf „Disziplin“ und „höhere Intelligenz“ schieben. Hierdurch können sich andere (auch hochbegabte und weniger begabte mit und ohne herausragendem IQ) durchaus diskriminiert fühlen!

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  4. Noch eine Frage @ Küstennebel

    Zitat: „Ich beziehe mich mit meinen Zahlen auf Studienergebnisse, allgemein häufiger zitierte Zahlen. Die habe ich mir nicht ausgedacht, kann ich aus dem Stehgreif aber nicht die Quellen sagen, müsste ich suchen.“

    kannst Du diese verlinken?

    Bei vielen Studien und den dadurch ermittelten Zahlen frage ich mich immer

    WER hat diese Zahlen zu WELCHEM Zweck ermittelt und ausgewertet?

    Erst letztends ist mir ein Professor massiv „bitter aufgestoßen“ (RW), weil er in unserem Jugendamt einen Vortrag gehalten hatte und von den 10% der Autisten sprach, die maximal in den ersten Arbeitsmarkt kommen könnten. Das eine Unterbringung in einer Wohngruppe das Sinvollere sei, als Geld in die Ausbildung zu stecken. (so mein Fazit aus seinen Ausführungen).

    Da ging es dann aber für meine Begriffe nur um eine Verlagerung der Kosten vom Jugendamt auf den Landschaftverband (anderer Kostentröger).

    Also sollte man immer schauen, wer die Statistiken erstellt hatte. Ich halte es da gerne mit

    „Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe“ (RW)

    Auch viele Ärzte sind in ihren Prognosen nicht objektiv. LEIDER! Denn sie sind vernetzt mit den Ämtern (Sozialamt, Jugendamt, Landschaftsverband, Arbeitsamt) deswegen kann es durchaus ratsam sein, dass man einen Arzt hat, der nicht im selben Kreis ansässig ist, wie man selber. Da gibt es Verknüpfungen, die schwer an Schweigepflichtsverletzungen grenzen.

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    1. http://www.aspergia.de/index.php?cat=Downloads

      Ich linke hier mal, das müsste eigentlich schon reichen.

      Ansonsten gibt es bei Youtube oder allgemein im Netz einiges an Vorträgen und Vortragsmaterialien, Fachartikeln und Co von Fachleuten. Oder man hat das Geld sich entsprechende doch oft teure Fach-Bücher zu kaufen.

      @Anita

      Durch die Vielzahl der Blogs ergibt sich ein kleiner Überblick über das Spektrum.

      Wer bloggt ist schon in der Lage zu kommunizieren und technische Geräte zu bedienen. Nein, „wir“ stehen schon nicht für Autismusspektrum, sondern wieder nur für den Teil, der schon mal mindestens über diese Fähigkeiten verfügt. Meist sind wir Asperger-Autisten.

      Beste Grüße

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      1. Ich besitze einiges an Fachliteratur. (und habe diese auch gelesen!!)

        Ich habe viele Fachartikel gelesen.

        Ich habe auch von „Fach“Leuten schon viel „Schwachfug“ gelesen!! Und gehört!!

        Mit dem Link (der sehr informativ ist) kann ich in Bezug zu meinen Fragen bzgl. der Statistiken wenig anfangen. Da wäre hilfreich, auf welchen Artikel Du Dich genau beziehst.

        Diese Seite kennst Du?

        https://kanner840.wordpress.com/

        Und ich habe auch schon mit anderen Kanner Autisten geschrieben, deren Wortgewalt in der Schriftform meine eigene weit übersteigt.

        Und auch Eltern, deren Kinder als Asperger diagnostiziert werden, fallen in ein tiefes Loch und hören sich die schlimmsten Prognosen an.

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      2. http://www.aspergia.de/cms/download.php?cat=50_Downloads&file=zucker.pdf

        Diese Studie ist von November 2002.

        Wieviele Teilnehmer diese Studie hatte, kann ich auf die Schnelle nicht erkennen.

        Außerdem war die Studie darauf ausgelegt, ein ATZ zu gründen.

        http://www.aspergia.de/cms/download.php?cat=50_Downloads&file=gomolla.pdf

        Auch diese Studie ist von September 2002

        Gibt es aktuellere Zahlen? Man ging ja auch schließlich mal davon aus, dass das Vorkommen von Autismus sich im Promille-Bereich bewegen würde und ebenso, dass mehr Männer/Jungen als Frauen/Mädchen betroffen seien.

        Diese Zahlen sind ja so nicht mehr haltbar.

        Wenn man in 12 Jahren keine neuen Ergebnisse hat, unter Einbeziehung der vielen spätdiagnostizierten Autisten, dann habe ich ein Problem mit den Zahlen.

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  5. Zitat: „Es gab da mal eine Dokumentation über Autismus auf WDR. Da wurde ein intelligenter Asperger gezeigt, glaub hat eine Professur für Geologie, eine medial bekannte Asperger-Autistin, hochbegabt und Kinder, glaub nicht mehr verheiratet. Und ein retardierter Autist, der ohne Betreuung nicht leben kann.“

    https://aspergerfrauen.wordpress.com/2013/07/03/b-sucht-thema-autismus/

    es waren Peter Schmidt, Sabine Kiefner (die im November 2013 verstarb) und noch jemand, dessen Namen ich nicht mehr präsent habe. Leider ist dieser Beitrag online nicht mehr zu finden. SCHADE! Der Bericht war sehr gut.

    Gerade Sabine wäre allerdings jemand, der meine und Laviolaine’s Einstellung geteilt hätte.

    https://www.bloggingbooks.de//catalog/details//store/de/book/978-3-8417-7041-7/freude-ist-wie-ein-grosser-huepfball-in-meinem-bauch

    Sie schreibt als Schlusswort zu ihrem Buch

    „Und ich wollte durch meine Worte zeigen können, wer ich wirklich bin.“

    Durch die Vielzahl der Blogs ergibt sich ein kleiner Überblick über das Spektrum. Keiner der mir bekannten Blogger erhebt Allein-Vertretungs-Anspruch für „den“ Autismus. Sie zeichnen ein Bild des ihnen ureigenen Autismusses. Und geben Eltern dadurch auch ein kleines Stückchen Hoffnung, dass sich nicht alles bewahrheiten muss, was ihnen ärztlicher Seits so alles „an den Kopf geschmissen“ (RW) wird.

    Keiner der spätdiagnostizierten Autisten hat sich auf den Weg der Diagnose gemacht, weil sein Leben in dem Moment so toll und einfach war. Dieser Weg ist nicht einfach. Das, was diese Menschen bis zur Diagnose-Stellung erreicht haben, ist trotzdem aller Ehren wert, darf benannt werden und sollten sich viele „Fach“-Leute immer vor Augen halten (gerade Statistiker)

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  6. Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg
    Diplomarbeit von Elisa Vergin

    3.1.5 Wohnen
    Etwa 75% der Menschen mit Autismus leben nicht mehr in ihren Familien, sondern
    werden in der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter in anderen
    Einrichtungen untergebracht. Der Übergang von Personen mit autistischen Störungen
    aus dem Elternhaus in andere Betreuungssysteme ist für keinen der Beteiligten
    einfach und nur eine geringe Anzahl von Menschen mit Asperger Syndrom kann
    selbständig oder allein mit ambulanter Betreuung leben (vgl. Bundesverband Hilfe
    für das autistische Kind 2001, S. 26).

    Autismus im frühen Erwachsenenalter –
    Ein Konzept zur Ablösung vom Elternhaus
    Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der
    Philosophischen Fakultät II – Psychologie – der Universität Regensburg
    vorgelegt von:
    Jasmin Lorenz,
    http://epub.uni-regensburg.de/12086/1/Diss.Vers.4_ende.pdf S49

    In seiner Untersuchung stellte Wendeler fest, dass völlige Selbständigkeit61 bei allen untersuchten
    Probanden ein kaum erreichbares Ziel war62 (Wendeler, 1984). Wendeler stellte fest,
    dass es gerade in der Stufe der elementaren Selbstversorgung63 an Gelegenheiten zum Lernen
    und Motivation fehlten, so dass einige Fähigkeiten bei den autistischen Menschen wieder verloren
    gingen. Troje (2000) stellte ebenfalls fest, dass 61-73 % der in ihrer Studie untersuchten
    autistischen Probanden auch im Erwachsenenalter in allen wichtigen Funktionen schwer behindert
    waren. Sie waren völlig abhängig von äußerer Pflege, die Kontrolle der Ausscheidungen
    war oft mangelhaft und sie beherrschten kaum Kulturtechniken (Misek, 1983). Im Vergleich
    zu anderen Behinderungsgruppen hatten autistische Menschen überwiegend eine uneingeschränkte
    Bewegungsfreiheit64.

    @Anita

    Nun kann man die Originalquellen prüfen, auf den Aussagengehalt dieser Diplomarbeit und der Doktorarbeit. Ich kann das meistens nicht, verlasse mich ein wenig auf das System.

    Das sind auch nur Beispiele, es lassen sicher mehr Hinweise darauf finden, das allgemein ca. 2/3 der Autismusbetroffenen eher nicht sehr Leistungsfähig sind.

    Das schmälert die Akzeptanzbemühungen ja keinesfalls. Denn gerade diejenigen Autisten, die sich ausserhalb spezialisierter Betreuungen aufhalten, brauchen Unterstützung der Art, wie Sie die hier schildern. Und in diesem Sinne sprechen Sie durchaus doch für einen höheren Anteil von Autisten, was mir erst jetzt in den Sinn kommt. Trotzdem bleibt der Aspekt, das der Gesamteindruck über Autismus täuscht, wenn nicht klar abgegrenzt wird, wie breit das Spektrum von Autismus sein kann.

    Ich möchte auch nicht jetzt Haarspalterei betreiben oder so etwas. Solche Daten sind immer Anhaltspunkte und keine konkreten Festlegungen. Ob es sich nun um 45-55 oder 55-65 oder 65-75 Prozent dreht, ist letztlich Auslegungssache.

    Sie haben aber durchaus Recht, das auch und insbesondere die Interessen aller Beteiligten auf den Prüfstand müssen. Die der großen Vereine und Selbsthilfegruppen sowie der Ärzte und anderer Institutionen, die an Autismus einmal Geld verdienen und oder ihre Daseinsberechtigung nur durch ein bestimmtes Autismus-Bild erhalten.

    Insofern: Weiter machen. So oder so.

    Grüße

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    1. Zitat: „es lassen sicher mehr Hinweise darauf finden, das allgemein ca. 2/3 der Autismusbetroffenen eher nicht sehr Leistungsfähig sind. “

      was durchaus oft durch massive Außeneinflüsse und/oder Reizüberflutung sowie massiven Stress durch Behördenkämpfe insbesondere für die autistischen Kinder der Fall ist.

      Zitat: „Sie haben aber durchaus Recht, das auch und insbesondere die Interessen aller Beteiligten auf den Prüfstand müssen.“

      Danke. Denn „Hilfe für das autistische Kind“ ist heute Autismus Deutschland. Die Zahlen, die dort generiert wurden, stellen also in der Hauptsache Kanner Autisten zur Schau (so übel das klingt). Denn zum Zeitpunkt dieser Arbeit (2001), war das Wissen um die Gesamtheit des Spektrums noch sehr begrenzt!! ;)

      Und dieser Umstand, dass wir mit Studien, die oft älter als 10 Jahre und noch älter sind, basierend auf „falschen“ / einseitigen Fakten beruhen, macht die Diskussion so schwer!

      Mal ganz davon ab, Studien die Aussagekraft haben werden selten mit nur 10 Probanden erstellt. Siehe die Arbeit von Frau Gomolla.

      Aber diese Zahlen werden noch heute benutzt, um Eltern in den schieren Wahnsinn zu treiben. Diese Zahlen werden heute in den Ämtern angewandt.

      Und viele Vereine, die Geld mit der Unterbringung, Betreuung und Versorgung von Autisten verdienen haben keinerlei Interesse daran, neue Studien in Auftrag zu geben.

      Einige Kinder- und Jugendpsychiater teilen die Meinungen dieser Studien NICHT mehr. Aber sie finden ob der „Kapazitäten“ / „Fach“Leute kein oder kaum Gehör.

      Dementsprechend ist es an den Autisten und deren Angehörigen, das Bild über Autismus zu verändern und, wie ein Professor aus Amerika schrieb

      http://www.heise.de/newsticker/meldung/Aktivist-fordert-Umdenken-in-der-Autismus-Forschung-2508042.html

      Zitat aus dem Link: „Die meisten von uns leben mit einer Mischung aus Besonderheit und Behinderung“, schreibt Robison. —————- Mit angewandter Technologie können wir das Leben für Autisten, die starke kognitive und funktionale Probleme haben, besser machen als heute“, so Robison.“

      Das ist doch mal ein Ziel.

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      1. Zitat: “es lassen sicher mehr Hinweise darauf finden, das allgemein ca. 2/3 der Autismusbetroffenen eher nicht sehr Leistungsfähig sind. ”

        was durchaus oft durch massive Außeneinflüsse und/oder Reizüberflutung sowie massiven Stress durch Behördenkämpfe insbesondere für die autistischen Kinder der Fall ist.

        Das ist Richtig, aber tut mir selbst weh das zu sagen, weil ich selbst damit seit ca. 12 Monaten einen Kampf auszutragen habe, aber es ist Normalität. Das müssen alle tragen. Ob NT oder nicht NT.

        Das ist also ein Leistungsdefizit der Kranken und insbesondere von Autisten (aber auch ADHSlern) seine Rechte durchzusetzen. Das ist nun mal alles immer wieder eher Feigenblatt-Rhetorik, wenn es heißt das es Nachteilsausgleiche geben soll z.B. oder Persönliches Budget. Da geht immer wieder auch der ganz normale NT-Wahnsinn herum.
        Das Problem haben aber alle Menschen. Schauen Sie nur wie die Dinge bei Hartz4 laufen. Da sind auch Bedürftige aller Coleur und haben mit einem Monstrum von einem Hydra-Apparat zu ringen.

        Desto schlechter jemand diesen Anforderungen gewachsen ist, desto härter wird das Leben für ihn, aber so gehts allen Menschen, so ärgerlich das auch ist.

        Für Autisten kann die Welt nicht leichter werden, nur weil Autisten weniger tragen können, verstehen Sie was ich meine?

        Und viele Vereine, die Geld mit der Unterbringung, Betreuung und Versorgung von Autisten verdienen haben keinerlei Interesse daran, neue Studien in Auftrag zu geben.

        Machen Sie das doch! Die Asperger / Autistengemeinde ist gut vernetzt. Es gibt sicher einige Fürsprecher, auch Prominente. Sie können so etwas auf den Weg bringen über Crowdfounding. Da ist sicher was zu machen.

        Kann mir gut vorstellen, das so etwas machbar ist.

        Aber es wird höchstwarscheinlich wirklich so sein, das die Stärke der Autismussymptome mit dem Intellekt korrlieren. Desto retardierter, desto schlechter die Prognose, desto mehr Intelligenz übrig ist, desto besser läuft das.

        Dazu: https://www.youtube.com/watch?v=Wu176VweYvw

        MFG

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  7. Nur ganz kurz zu UC Davis Mind, es entsteht bei mir der Eindruck, dass diese Institution mit Autism Speaks in Verbindung steht.

    Zu Autism speaks ist dieser Link interessant

    https://quergedachtes.wordpress.com/2014/06/11/das-geschaft-mit-der-angst/

    Auch interessant in dem Zusammenhang

    http://quergedachtes.wordpress.com/2014/08/27/trau-schau-wem/

    Ansonsten wäre es sehr gut, wenn wir beim Thema Autismus bleiben würden und nicht „wild“ noch andere Themen dazu nehmen. Das wird zu unübersichtlich und ist nicht zielführend.

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  8. also ehrlich gesagt…wer erhält eine Diagnose? Das sind Personen die sich aufgrund gewisser Symptomatik und einem gewissen Leidensdruck zum Arzt bewegen.
    Autismus ist kein Vergnügen…wer das nicht sehen will oder nicht sieht, hat vielleicht keinen. ich verstehe nicht, was so verdammt erstrebenswert daran ist. Ich bekämpfe ihn nicht mehr. Es hat auch keinen Zweck. Aber er ist weiß Gott nicht mein Freund. Er lässt mich und viele von uns scheitern und verzweifeln. Er zeigt uns was wir können und lässt es uns nicht nutzen. Wir haben viele Worte und dann keinen Transport dafür nach Außen. Wir haben so viele Gefühle und können sie nicht immer zeigen. Wir verstehe nicht intuitiv die Menschen und verlieren uns in Grübeleien, die Zeit und Kraft brauchen. Wir lernen anders. Wir sehen die Dinge anders. Wir hören und wir fühlen anders. Und wir sind nicht geschaffen für diese Welt…und wer das gut findet und sich darin wohl fühlt, der hat entweder keinen Leidensdruck erfahren weil er den lieben Gott persönlich in der Tasche hat oder aber…er hat die Kriterien nicht erfüllt, die zu einer Diagnose führen.
    Wer benötigt eine Diagnose, wenn alles gut und schön ist?
    Erschließt sich mir nicht. ich gehe auch nicht zum Zahnarzt, wenn ich topp Zähne habe und stehle dem seine Zeit.

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    1. Danke für dieses treffende Statement!
      Ich habe meine allergrößte Mühe, wenn mit AS / Autismus kokettiert wird.
      Belastend ist, dass oftmals Asperger Autist-innen(-en) in Vergleich gesetzt werden, mit prominenten Personen mit AS…oder mit diejenigen, die einfach weniger Leidensdruck haben, sich verbalisieren können….

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  9. Liebe laviolaine,

    ich trau mich Dich (also auch die Du-Form) so anzusprechen, weil mich Deine Beiträge berührt haben und sich dadurch ein Gefühl von Verbundenheit bei mir einstellt. Von „erkannt“ werden… (natürlich alles meine Interpretation; hoffe das ist i.O.)
    Es hilft mir sehr (Asperger; Diagnose 11/2014; Alter 50+) mein persönliches Erleben in einem größeren Kontext zu erleben. Da ist mehr ähnliches als Trennendes (im Erleben) und Dein Umgang mit vielem ist anders als meiner. Was ich sehr inspirierend finde.

    Zu verschiedene Kommentaren:
    Du hast sehr klar deutlich gemacht wozu der Blog dienen soll. Für mich ist es ein wenig wie ein Tagebuch und ich bin eingeladen, darin lesen zu dürfen. Das „ehrt“ mich irgendwie (kann ich nicht besser ausdrücken). Danke für Deine Offenheit.
    Das Verhalten von Menschen, die sich anmassen, das Entwicklungs–potential Dritter
    („Sie sind selbst in ihrem Blickwinkel gefangen mit ihrem hohen Anteil an Fähigkeiten, Intelligenz und Möglichkeiten. Insofern etwas zurückhaltender und überlegter bitte.
    Sie sind die Ausnahme nicht die typische Betroffene.“)
    und deren Erleben zu bewerten ist übergriffig.
    Sie bestimmen Grenzen für andere durch ihre Äußerungen. Diese Zu- schreibungen sind unüberwindbarere Grenzen, als die tatsächlichen („das kann der nicht, wird er nie können können“ kann man ja schlecht noch unterbieten). Und wenn die pozentielle „Leistungs“fähigkeit dann noch mit den Massstab der NTs gemessen wird, hört es sich für mich ganz auf.

    Deshalb möcht ich Dich gern ermutigen (wahrscheinlich unnötigerweise) sowohl das persönliche allgemein, als auch Deinen Fokus auf Postives unbedingt beizubehalten. Autisten zu unterstellen, dass sie aufgrund ihres spezifischen Seins, ihr eigenes Leben NUR leidend erleben können ist (sorry, mir fällt keine anderes Wort ein) dumm (nur meine persönlcihe Meinung!). Deine Darstellungen sind für mich eine zusätzliche Facette von Möglichkeiten, ohne dass damit andere Facetten ins Unrecht gesetzt werden.

    Ich freu mich mal daran, dass ich davon ausgehe, dass Dein Blog inspirierend für Menschen ist, die sich, aufgrund der Sätze die sie hören müssen und dem Umgang den sie erleben, weniger zutrauen, statt ihre Grenzen (mit oder ohne Unterstützung) selber zu finden. Danke Dir ganz herzlich.

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    1. Weder bin ich NT noch ist mein Hinweis eine Bewertung, sondern die Wiedergabe einer fachlich versierten Beobachtung. Dabei geht es um Autismus, sein gesamtes Spektrum, die Fähigkeiten, die jeder Autist noch hat und die Kenntniss über diese Dinge im Kontext mit der Reflexion des eigenen Spektrums bzw. der eigenen Betroffenheit.
      Sind Sie sicher, das Sie mir in diese Bereiche auch folgen können und Wollen? Fachliche Aussagen und Informationen sollte man schon erkennen, und von persönlichen Bewertungen trennen können in dem Fall.

      Es ist leicht allen zu schreiben und zu sagen, was keine Ecken und Kanten hat. Viel schwieriger ist es, gemeinsam zu lernen und sich dafür zusammen zu finden und immer wieder die eigenen Grenzen zu erweitern.

      MFG

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  10. „…“ = Zitate aus vorhandenen Kommentaren

    „Sie sind selbst in ihrem Blickwinkel gefangen mit ihrem hohen Anteil an Fähigkeiten, Intelligenz und Möglichkeiten.“
    „Sind Sie sicher, das Sie mir in diese Bereiche auch folgen können…“
    „Fachliche Aussagen und Informationen sollte man schon erkennen, und von persönlichen Bewertungen trennen können in dem Fall.“

    … sind keine Bewertungen … (interessant…)

    „…sondern die Wiedergabe einer fachlich versierten Beobachtung.“

    Dann dank ich da recht schön für. Ja, da scheint wirklich was mit meiner Wahrnehmung nicht zu stimmen, denn „Fachleute“ können das sicher besser einschätzen als ich. Vielleicht bin ich da einfach … anders? Vielleicht sogar Autist? Dann bitte ich um Entschuldigung, dass in meinem Universum die o.g genannten Sätze Bewertungen und Unterstellungen sind und das auch nicht dadurch besser wird, dass man sich einen „Fachstatus“ anmasst.
    Also, ich setz da auf gesunden Menschenverstand und die deutsche Sprache.
    Und werd mich, im Rahmen der Möglichkeiten meiner (von Ihnen attestierten?) Behinderung, gegen Ihre Übergriffe abgrenzen, die ich für gefährlich halte. Für Menschen, die sich mit den von Dritten unterstelten Grenzen nicht abfinden wollen. Es besteht die Gefahr, dass sie gar nicht erst anfangen, statt ein Scheitern zu riskieren. Das bedrückt mich.

    Die referenz auf „fachlich“ birgt immer eine große Gefahr, persönlichen Meinung (die irrelevant, sondern eben nur Meinungen sind) wissenschaftlich zu verbrämen.
    „Insofern etwas zurückhaltender und überlegter bitte.“
    „Sie sind die Regel nicht die Ausnahme.“ (das letzte Zitat wurde abgewandelt).

    Und vielen Dank La Violaine für deine Beiträge.

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    1. Zumindest nehmen Sie Aussagen recht konkret und buchstäblich wahr und weniger den Hintergrund des Gemeinten. Ist ja für viele Autisten ein Thema.

      :o)

      Schöne Grüße und alles Gute Ihnen!

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      1. ..bitte analysieren Sie ihre eigenen Beiträge so, wie sie es mit dem Urprungsbeitrag, und Rainhards Text gemacht haben…sorry, ich werde das Gefühl nicht los, dass Sie sich angegriffen fühlen, sehr emotional reagieren…was sicher niemand gewollt hat, einschliesslich mir…ALLE sind sich doch im Grunde einig: Autismus ist ein sehr breites Spektrum, von „Vollkanner“, bis zum „Schattensyndrom“…und es ist über alle Maßen wichtig zu differenzieren..08/15 Lösungen gibt es nicht… By the way: unter dem Foto der Autorin steht: Asperger.. folgt man Wikipedia, gibt es in den USA unter 110 Schulkindern eines mit einer Autismusausprägung…macht, bei 53.118.014 „Kindern“ zwischen 5 und 18 Jahren ( in 2000 gezählt )….- laut Ihres Erstkommentars, und Ihrer Quellen..: mindestens 39.838.501 Menschen, die in Einrichtungen untergebracht werden müssen, im Vergleich zu anderen Behinderungsgruppen zwar uneingeschränkte Bewegungsfähigkeit haben, aber ALLE niemals völlig selbstständig werden können, 61-73% auch noch im Erwachsenenalter VÖLLIG abhängig von äußerer Pflege seien, die oft eine mangelhafte Kontrolle über die eigenen Ausscheidungen haben…DAS ist doch genau DAS Horrorszenario, das sich in den Köpfen vieler Eltern aufbaut, werden sie mangelhaft mit einer Autismus-Diagnose konfrontiert…mit Verlaub, und freundlichen Grüßen, Ihnen alles Gute wünschend. :-)

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